[Article 1794]18.05.2018: Opening Performance Orchestra (CZ)

Opening Performance Orchestra – das ist ein siebenköpfiges Ensemble, das nach beinahe zwanzig Jahren, in denen es sich abseits der Öffentlichkeit musikalischen Aktivitäten, aber auch Unternehmungen außerhalb der Musik widmete, im Jahr 2006 daran ging, auch eigene Musikwerke zu schaffen. Der Klangkonzeptualismus des Opening Performance Orchestra, das sich zu den Produktionen der Musikavantgarde des 20. Jahrhunderts und der japanischen Noise Music bekennt, gründet auf der Idee der sog. Fraction Music sowie auf dem Slogan „Keine Melodien – Keine Rhythmen – Keine Harmonien“. Herausgekommen sind dabei eigene Kompositionen, wie etwa Spring Ceremony oder Fraction Music, Evenfall, Creeping Waves, sowie eine Neuinterpretation von Kompositionen anderer Autoren, mit denen sich die Mitglieder des Opening Performance Orchestra künstlerisch verwandt fühlen, z.B. Inspirium Primum, mit dem auf das Material Hiroshi Hasegawas, eines Vertreters der japanischen Noise Music, verwiesen wird, oder Re:Broken Music, die von der zertrümmerten Musik Milan Knížáks ausgeht, Chess Show als eine persönliche Reminiszenz an John Cage oder die Kompositionen The Noise of Art und Futurist Soiree, die von den Ideen und Texten italienischer Futuristen unter Verwendung authentischer Instrumente, die als Intonarumori bezeichnet werden, beeinflusst ist.

Nachdem es nun schon zehn Jahre lang existiert, kann das Opening Performance Orchestra auch schon auf eine ganze Reihe von Konzertauftritten zurückschauen. Zu nennen wären etwa das Festival für Neue Musik, das MaerzMusik in Berlin (2014), das internationale Musikfestival Exposition der Neuen Musik in Brno (2014), der Minimarathon der elektronischen Musik, der auf dem Festival der Ostrauer Tage (2013) stattfand, NEXT, ein Festival für progressive Musik in Bratislava (2014), das Industrial Festival in Prag (2006 und 2008), das Industrial Festival in Wroclaw (2007), mehrere Vernissagen des tschechischen Konkretistenclubs, einschließlich einer Retrospektive im Prager Topič-Salon (2015), anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Membra Disjecta for John Cage in der Prager Galerie DOX (2012), sowie in der Prager Nationalgalerie im Rahmen des vom Tschechischen Rundfunk veranstalteten Art‘ Birthday (2016). Und last not least (seit 2010) die NOISE ZONE, ein offenes audio-visuelles Projekt unter der Regie des Opening Performance Orchestra, das immer wieder neu versucht, den jeweils aktuellen Rahmen der Klangszene abzustecken. In der NOISE ZONE traten schon so renommierte Künstler auf wie Hiroshi Hasegawa, Astro, Merzbow, Einleitungszeit, Birds Build Nests Underground, Instinct Primal und Napalmed. Seit 2006 veröffentlicht das Opening Performance Orchestra auch eigene Aufnahmen, wobei es die Produktionskosten zumeist selbst übernimmt, zum Teil aber auch bei dem belgischen Label Sub Rosa (Broken Rebroken zusammen mit Milan Knížák, Oktober 2015) und dem deutschen Label Psych KG (Fraction Elements zusammen mit Hiroshi Hasegawa, August 2016). Zu Beginn des Jahres 2016 spielte Opening Performance Orchestra im Studio A des Tschechischen Rundfunks die Komposition Futurist Soiree ein, deren Premiere im selben Sender erklang und zuletzt im Herbst 2016 im EBU-Austauschnetz zu hören war.
http://www.o-p-o.cz
https://www.youtube.com/watch?v=kUjB0vNl0qs

18.05.2018
Institut für neue Medien (INM), Schmickstraße 18, 60314 Frankfurt – http://www.inm.de
Einlass 20:00, Beginn 20:30 – Eintritt: 7 Euro


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